Ergebnisvorstellung in den Gemeinden

Wirtschaft diskutiert Standortsituation

An drei Abenden stellte das Projektteam zentrale Ergebnisse der Unternehmensbefragung in den drei Untersuchungsgemeinden Flecken Bevern, Flecken Bovenden (ohne den Ortsteil Bovenden und AREA3) sowie Katlenburg-Lindau vor. Unternehmen und Interessierte diskutierten, wie die wirtschaftliche Entwicklung in den Gemeinden und Dörfern unterstützt werden kann.

Aus den über 200 Antworten auf die rund 100 Fragen, mit denen die Unternehmerinnen und Unternehmer, Landwirte und selbstständig Tätigen ihre Einschätzung zur aktuellen Standortsituation abgaben, zeigt sich ein relativ positives Bild des Wirtschaftsstandortes Dorf. So bestätigt Dr. Tobias Behnen: „Selbst im kleinsten Dorf ist Wirtschaft vorhanden und aus jedem Dorf haben Unternehmen mitgemacht.“ Die eigene wirtschaftliche Entwicklung sehen die Unternehmen recht zuversichtlich.

Interessant ist, dass nach den beiden wichtigsten Merkmalen Internet- und Straßenanbindung bereits weiche Standortmerkmale folgen. Dies zeigt, dass neben den klassischen Infrastrukturen z.B. auch die Attraktivität des Dorfes und die medizinische Versorgung aus Sicht der Wirtschaft wichtige Merkmale für den Standort sind. Betrachtet man den Abstand zwischen der Wichtigkeit und der aktuellen Qualität der 22 abgefragten Standortmerkmale, so lässt sich besonders bei der Qualität der Internetanbindung sowie bei der Verfügbarkeit und Qualifikation von Arbeitskräften ein Problemdruck erkennen.

Weitere Ergebnisse zeigen eine enge Verflechtung von Arbeiten und Wohnen bei den Befragten. So liegen nur 9% der Unternehmen direkt in einem Gewerbegebiet, wohingegen sich bei gut 70% der Befragten die Wohn- und Unternehmensräume im selben Gebäude oder auf demselben Grundstück befinden. Insgesamt wohnen rund ¾ der Befragten sogar im selben Ortsteil, in dem sich der Unternehmensstandort befindet. Die Verbundenheit mit dem Dorf bzw. der Gemeinde spiegelt sich auch im Engagement der Unternehmen für den Ortsteil wider.

Bei Fragen der Unternehmensentwicklung und aktuellen Problemen wenden sich die Befragten zunächst an lokale Ansprechpersonen: mit zusammen genommen 33% an Bürgermeister oder Gemeindeverwaltung sowie die Hausbank (24% der Nennungen). Ein anderes Bild zeigt sich allerdings bei der Frage nach Unternehmensnetzwerken und regionalen Beratungsangeboten. Diese werden nur in geringem Maße von den Befragten angenommen: Nur 14% nehmen oft oder sehr oft an angebotenen Wirtschaftstreffen und Informationsveranstaltungen teil, alle anderen selten oder nie. Lediglich 20% engagieren sich oft oder sehr oft in Unternehmensnetzwerken. Somit bildet die Gemeindeverwaltung eine entscheidende Schnittstelle zwischen den ansässigen Unternehmen und den regionalen Beratungen. Gemeinsam mit den Kooperationsgemeinden werden die gesammelten Hinweise aufgegriffen, um die wirtschaftliche Entwicklung in der Gemeinde und den Dörfern zu fördern.

 

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