Zusammenfassung des Workshops „Was stört?“

Hochschullehre ist ein soziales Ereignis, bei dem es neben fachlichen Diskussionen auch zu zwischenmenschlichen Spannungen kommen kann. Diese zwischenmenschlichen Spannungen können den Charakter von Störungen annehmen. Störungen lassen sich als Dysfunktionalitäten analysieren – etwas funktioniert nicht so, wie es soll. Was als störend empfunden wird, hängt von der individuellen Grundhaltungen des/der jeweils Lehrenden und seines/ihres Dozenten_innenstils ab. Was für die einen eine Störung der Lehre bedeutet, stellt für andere wiederum einen nicht weiter erwähnenswerten Umstand dar – z.B. Verspätungen, Handyklingeln oder Essen. Zudem hat ein jede_r Dozent_in einen spezifischen Qualitätsanspruch an die eigene Lehre bzw, eine eigene Vorstellung davon, wie Lehre `funktionieren´ soll. Was wir als Störung wahrnehmen sagt also auch etwas darüber aus, welches Idealbild wir vom Lehren und in Konsequenz auch vom Verhalten der Studierenden haben. Wenn wir uns mit der Frage auseinandersetzen, was uns warum stört, können wir herausarbeiten, was wir jeweils unter `guter Lehre´ verstehen- also welches Verhalten uns nicht stören bzw. welches Verhalten wir uns wünschen würden. Störungen lassen sich aus dieser Perspektive auch als Feedback analysieren. Sie geben Auskunft darüber, wo `Dysfunktionen´ in der Lehre bestehen bzw. wo etwas nicht so funktioniert, wie es soll. Aus der Sicht des Qualitätsmanagements können Störungen dazu eingesetzt werden, die Qualität der Lehre zu steigern. Daher erscheint es als relevant, die Ursachen von Störungen angemessen zu analysieren, anstatt sie einfach zu unterbinden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.