Willkommen auf dem Workshop-Blog

Ich, die Studierenden und die Hochschule –
Reflexionsstrategien und Beratungskompetenzen für die Hochschullehre

Hochschullehre ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, die ein komplexes Aufgabenfeld darstellt. Die Lehrperson fungiert zugleich als Wissenschaftler/in, Beratende/r, Didaktiker/in, Moderator/in…
Dem Freiraum an Gestaltungs- und Innovationsmöglichkeiten, die Hochschullehre bietet, steht die Verantwortung gegenüber den Studierenden und den hochschulischen Vorgaben entgegen.
In der Konsequenz kann es in der Hochschullehre zu besonderen Herausforderungen kommen – auch dann, wenn die Studierenden in der Lehrperson eine Vertrauensperson sehen, an die sie sich in Belastungssituationen wenden. Hier setzt die Workshopreihe an, die zu einem konstruktiv-reflexiven Umgang mit diesen Herausforderungen anregt und zugleich Beratungskompetenzen vermittelt. Die Reihe gliedert sich in vier Workshops:

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Auf dieser Website finden Sie alle Informationen rund um die Workshopreihe – viel Spaß beim Stöbern.

Zusammenfassung des Workshops „Was stört?“

Hochschullehre ist ein soziales Ereignis, bei dem es neben fachlichen Diskussionen auch zu zwischenmenschlichen Spannungen kommen kann. Diese zwischenmenschlichen Spannungen können den Charakter von Störungen annehmen. Störungen lassen sich als Dysfunktionalitäten analysieren – etwas funktioniert nicht so, wie es soll. Was als störend empfunden wird, hängt von der individuellen Grundhaltungen des/der jeweils Lehrenden und seines/ihres Dozenten_innenstils ab. Was für die einen eine Störung der Lehre bedeutet, stellt für andere wiederum einen nicht weiter erwähnenswerten Umstand dar – z.B. Verspätungen, Handyklingeln oder Essen. Zudem hat ein jede_r Dozent_in einen spezifischen Qualitätsanspruch an die eigene Lehre bzw, eine eigene Vorstellung davon, wie Lehre `funktionieren´ soll. Was wir als Störung wahrnehmen sagt also auch etwas darüber aus, welches Idealbild wir vom Lehren und in Konsequenz auch vom Verhalten der Studierenden haben. Wenn wir uns mit der Frage auseinandersetzen, was uns warum stört, können wir herausarbeiten, was wir jeweils unter `guter Lehre´ verstehen- also welches Verhalten uns nicht stören bzw. welches Verhalten wir uns wünschen würden. Störungen lassen sich aus dieser Perspektive auch als Feedback analysieren. Sie geben Auskunft darüber, wo `Dysfunktionen´ in der Lehre bestehen bzw. wo etwas nicht so funktioniert, wie es soll. Aus der Sicht des Qualitätsmanagements können Störungen dazu eingesetzt werden, die Qualität der Lehre zu steigern. Daher erscheint es als relevant, die Ursachen von Störungen angemessen zu analysieren, anstatt sie einfach zu unterbinden.