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Eine ältere Frau fegt Laub vor ihrem Haus.Hintergrund

Auf dem Land ist die Ortsbindung alter Men-
schen meist sehr ausgeprägt. Um es ih-
nen zu ermöglichen, auch ihren Lebens-
abend hier zu verbringen, brauchen einige von ihnen Unterstützung. Das müssen nicht nur Angebote bei Pflegebedürftigkeit sein, sondern auch Maßnahmen, um den Alltag zu gestalten, ein gutes Mittagessen zu bekom-
men oder sich mit anderen zu treffen. Nicht immer gibt es die Möglichkeit, hier Hilfe aus der Familie zu bekommen. Konkrete Ange-
bote von Wohlfahrtsverbänden, Vereinen oder sozialen Initiativen werden jedoch eher dort angesiedelt, wo mehrere alte Menschen erreicht werden können, also in größeren Orten. Eine Möglichkeit, Lösungen für kleine Dörfer zu finden, zeigen andere Länder – vor allem Norwegen und die Niederlande –, indem sie Angebote für Seniorinnen und Senioren auf landwirtschaft-
lichen Betrieben etablieren. Oft gibt es hier räumliche und zeitliche Kapazitäten. Formale Hin-
dernisse könnten diese pragmatische Lösung jedoch verhindern, da Altenhilfe und Landwirt-
schaft in der deutschen Politik und Verwaltung vollkommen getrennt strukturiert sind.

Projektziel

Ziel dEin Bauer legt schützend einen Arm um einen alten Mann.es Projekts ist es, vier theoretische Modelle mit einer Verbindung von Landwirtschaft und Seniorenangeboten zu entwickeln. Die Modelle werden im Hinblick auf die Versorgungsintensität und damit die jeweilige Zielgruppe unterscheiden: Sie reichen somit von Freizeit- bis hin zu Pflegeangeboten.

Das Projekt VivAge startete im Januar 2016. Folgende Arbeitsschritte sind vorgesehen:

Arbeitsschritte

  • Analyse bestehender Angebote in verschiedenen Bundesländern und Nachbarstaaten unter Berücksichtigung der jeweiligen Agrarstrukturen. Auswahl von acht Analysebetrieben in Deutschland; Befragungen von Landwirten und Senioren/-innen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie im Menüpunkt „Analyse“ (>>Link)
    >>Schwerpunkt 2016 und 2017
  • Tagung zum Thema „Hochaltrige im Dorf
    Die Ergebnisse der Analyse werden auf einer bundesweit ausgerichteten Tagung vorgestellt, die sich generell mit dem Themenbereich Senioren im Dorf beschäftigt. Weitere Referierende stellen Ergebnisse aus der Forschung und Praxisprojekte vor.
    >>Juni 2018
  • Entwicklung von vier theoretischen Modellen und Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für deren Umsetzung.
    Die Modelle orientieren sich an unterschiedlichen Versorgungsintensitäten, d.h. von Angeboten für alte Menschen ohne speziellen Hilfebedarf bis hin zu Angeboten für Pflegebedürftige. Ihre ökonomische Tragfähigkeit wird dabei ebenso geprüft wie die Qualitätssicherung oder der Bedarf an Weiterbildung, der für ihre Durchführung besteht. Auch wird ermittelt, welche formalen Hindernisse oder Fördermöglichkeiten sich durch die bestehende Rahmengesetzgebung ergeben. Aus der Modellentwicklung heraus werden Handlungsempfehlungen für die Politik erarbeitet.
    >>Schwerpunkt 2018 und 2019
  • Ableitung konkreter Praxiskonzepte für die direkte Umsetzung mit Leitfäden für
    landwirtschaftliche Betriebe, interessierte Seniorinnen und Senioren sowie dörfliche Akteurinnen und Akteure.
    Die Leitfäden werden aus den Modellen heraus innerhalb der bestehenden Rahmenbedingungen zunächst für das Bundesland Niedersachsen entwickelt. Ziel ist es hierbei, interessierten Menschen die Möglichkeit zu geben, direkt mit der Umsetzung zu beginnen.
    >>Schwerpunkt 2019