Projekt

Laubwälder im Klimawandel- was können wir aus rumänischen Buchen- und Eichenwäldern für die Zukunft unserer Wälder lernen?

Die nemoralen (gemäßigten) Laubwälder bedecken weite Teile Mitteleuropas und haben wichtige Funktionen für den Stoffhaushalt (Klima, Wasser, Boden, Kohlenstoffspeicher) und Naturschutz (Biodiversität), dienen der (stofflichen und energetischen) Nutzung, sowie der Erholung.

Alle diese Funktionen sind von der Zusammensetzung und der Vitalität der Wälder abhängig. Äußere Faktoren wie kurz- bis mittelfristige Störungen und Extremereignisse (Stürme, Schädlingsbefall oder Dürre) oder gerichtete Veränderungen der Standortsfaktoren beeinflussen die Dynamik und Interaktionen in den Waldökosystemen. Ein im Wandel befindlicher Standortsfaktor, der massiv auf das Waldwachstum, die Stabilität und Resilienz der gemäßigten Laubwälder einwirkt, ist das Klima. IPCC Modellierungen für Mitteleuropa rechnen bei mittlerer Konzentration der Treibhausgase / mittlerem anthropogenen Strahlungsantrieb bis 2080 mit einem Anstieg der Jahresmitteltemperaturen von +2.4°C, sowie mit einer deutlichen Zunahme von wetterbedingten Extremereignissen.

Ein entscheidender Aspekt für die Projektidee ist, dass die Baumarten der mitteleuropäischen (sub-) mesophytischen Hainbuchen-Buchen- und Eichen-Hainbuchenwälder („Konkurrierer“) in Westrumänien an ihre klimatischen Trockengrenzen gelangen und schließlich von trockenheitstoleranteren Baumarten der pannonisch-balkanischen Zerreichenwäldern („Stresstolerierer“) abgelöst werden. In der Nähe ihrer durch Wärme und Trockenheit limitierten „rear edge-Vorkommen“ bilden die „Konkurrierer“ trockenheitsangepasste / akklimatisierte Modifikationen aus. Jenseits davon entwickeln die lichtbedürtigen Stresstolerierer eine erstaunliche Anpassungsvielfalt. Von besonderem Interesse ist dabei der Quercus petraea-Formenkomplex.