Yusuf Cetinkaya: „Autocentrum Cetinkaya“

Yusuf Cetinkaya: „Autocentrum Cetinkaya“

Der Gesellschaft etwas zurückgeben

Yusuf Cetinkaya wurde in der Türkei geboren und kam im Alter von 15 Jahren ohne deutsche Sprachkenntnisse nach Delligsen im Landkreis Holzminden. Hier unterstützte er seinen Vater, der als Arbeitsmigrant nach Deutschland ge-kommen war und inzwischen seit 30 Jahren selbstständig in der Gastronomie tätig ist. Unter anderem ermutigt durch dessen Erfahrungen, machte sich der gelernte KFZ-Mechatroniker im August 2016 gemeinsam mit seiner Frau mit dem „Autocentrum Cetinkaya“ selbstständig. Vor allem in den Bereichen An- und Verkauf, Teilehandel sowie Werkstatt ist das Ehepaar mit dem Unterneh-men tätig und beschäftigt insgesamt neun Mitarbeitende. Zu ihnen zählen drei Geflüchtete, die eine Ausbildung im „Autocentrum Cetinkaya“ absolvieren. Herr Cetinkaya setzt sich in seinem Unternehmen aktiv für Menschen mit Mig-rationsgeschichte ein, da er an sich selbst und seine erste Zeit in Deutschland erinnert wird und der Gesellschaft gerne etwas zurückgeben möchte.

Erfolgsfaktor: Serviceorientierung

Die Möglichkeit, ein eigenes Unternehmen zu gründen, ergab sich spontan. Als Herr Cetinkaya erfuhr, dass in seinem ehemaligen Wohnort Delligsen ein Autohaus leer stand, entschied er sich für den Kauf des Objekts. Ausschlag-gebend für die Entscheidung war vor allem die gute Lage des Betriebs. Eine zusätzliche Motivation war Herr Cetinkayas, auf langjähriger Berufserfahrung basierende, Beobachtung, dass die Kundschaft einer Autowerkstatt mehr Ser-vice benötigt als von den meisten Betrieben angeboten wird und dafür gerne etwas mehr Geld bezahlt. Dieses Potenzial hat er genutzt und ein Geschäfts-modell entwickelt, das den Wünschen seiner Kund_innen entspricht und an deren Bedarfe angepasst ist.

Kompetenzen im Steuer- und Arbeitsrecht sowie im Zeitmanagement sind wichtig für den Erfolg

Herr Cetinkaya hat sich vor der Gründung vor allem mit Bekannten, die zum Teil selbst Unternehmen führen, über sein Vorhaben ausgetauscht. Auch aus dem Erfahrungsschatz seines selbstständigen Vaters konnte er schöpfen. Aus Zeitmangel hat er keine professionelle Beratung in Anspruch genommen. Würde er heute noch einmal gründen, hätte er die Beratungs- und Fortbil-dungsmöglichkeiten der Handwerkskammer, IHK und der KFZ-Innung in An-spruch genommen. Deshalb lautet sein Tipp für potenzielle Existenzgrün-der_innen, sich vor der Gründung gut in den Bereichen Steuer- und Arbeits-recht sowie im Zeitmanagement beraten zu lassen.