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MIGOEK Erfolgsgeschichten: Videos erfolgreicher Existenzgründungen jetzt online

Erste Erfolgsgeschichten hat das Projekt MIGOEK auf seiner Homepage veröffentlicht. Welche Wege sind andere Unternehmer/innen mit Migrationshintergrund gegangen? Welche Erfahrungen haben sie auf dem Weg in die Selbstständigkeit gemacht? Gibt es gar ein Rezept für eine erfolgreiche Existenzgründung? All das und noch viele weitere spannende Einblicke in die individuellen Erfolgsstories migrantischer Gründer/innen sind ab sofort auf http://blogs.hawk-hhg.de/migoek/unternehmer_innen-und-gruender_innen-gesucht/ zu sehen.

Das Projekt MIGOEK|Migrantische Ökonomie untersucht den Gründungsprozess von Menschen mit ausländischen Wurzeln, die im ländlichen Raum erfolgreich ein Unternehmen gegründet haben. Ziel ist es, die Beratungsstrukturen für migrantische Existenzgründer/innen zu verbessern und an ihre tatsächlichen Bedarfe anzupassen. MIGOEK identifiziert dafür mögliche Hürden und testet, wie diese gesenkt werden können. Das soll den Gründungsprozess für Migrant/inn/en langfristig vereinfachen. Die jetzt veröffentlichten Erfolgsgeschichten sind positive Beispiele, die Mut machen und den Weg ebnen für künftige Gründer/innen, die noch am Anfang ihrer selbstständigen Tätigkeit stehen und aus dem Erfahrungsschatz ihrer Vorgänger/innen lernen wollen. Die Reihe wird fortgesetzt.

 


MIGOEK: Workshops zu Interkultureller Kompetenz angelaufen

Das Projekt MIGOEK (Migrantische Ökonomie für ländliche Kommunen) ist in die zweite Phase eingetreten. Die Mitarbeiter_innen erproben jetzt innovative Lösungswege und Instrumente mit lokalen Akteur_innen. So entstehen Reallabore, in denen die Ansätze wissenschaftlich erforscht werden können.

In der ersten Phase analysierte das Projekt zunächst die Ausgangslage der drei beteiligten Landkreise Cloppenburg, Holzminden und Werra-Meißner. Die Ergebnisse zeigen, zum einen, dass Wirtschaftsförderung und Migrant_innen sich besser kennenlernen müssen und dass dabei auch Verwaltung und Wirtschaftsorganisationen ihre interkulturelle Kompetenz stärken müssen. Ein Baustein der zweiten Phase sind deshalb Workshops zur Vermittlung interkultureller Kompetenzen.

Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, sich mit Personen aus anderen kulturellen, sprachlichen oder nationalen Zusammenhängen verständigen zu können. Wer die erlernten, eigenen Umgangsformen hinterfragt, kann sich für andere Perspektiven und Hintergründe öffnen. Christin Kavermann und Yulyane Korkmaz vom IQ_Netzwerk Niedersachsen führten die ersten Workshops für Vertreter_innen der Wirtschaftsförderung, des Jobcenters, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und anderer Projekte durch. Mit verschiedenen, aktivierenden Methoden brachten sie den Teilnehmer_innen ein ungewohntes Umfeld nahe, das sie zwang, ihre Sichtweisen zu hinterfragen.

Die Teilnehmer_innen diskutierten auch, wie interkulturelle Kompetenz ihre tägliche Arbeit beeinflusst. Sie erkannten, dass alle Beteiligten – Beratende und Beratene – sich aufeinander zubewegen müssen. Die Anwesenden zeigten sich dabei bereit, ihre Herangehensweisen zu ändern und nahmen einige Denkanstöße aus dem Workshop mit. So wurden „Stolperfallen“ und „Türöffner“ bei der täglichen Arbeit identifiziert und besprochen. Zu den Herausforderungen zählen Sprachprobleme, mangelnde Vorbereitung und das fehlende Verständnis auf Seiten der Gründungsinteressierten für die rechtlichen und formalen Bedingungen in Deutschland. Andererseits fürchten Gründer_innen bürokratische Hürden, Intransparenz und Probleme bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen. Als Türöffner nannten die Teilnehmer_innen Vertrauen zu den beratenden Personen, eine angenehme Atmosphäre im Beratungsgespräch, Lotsen als Unterstützung in der Gründungsphase, Infomaterial in leichter Sprache und die Wertschätzung und Anerkennung des Gründungsvorhabens.

Die Workshops fanden am 23. Mai 2018 in Holzminden, am 26. Juni 2018 in Eschwege (Werra-Meißner-Kreis) und zuletzt am 11.09.2018 in Cloppenburg statt.

Noch dieses Jahr will das Projekt in allen drei Landkreisen Informationsveranstaltungen für Multiplikator_innen, die im Bereich Integrationsarbeit tätig sind (v.a. Einrichtungen der Migrationsberatung und Migrant_innenselbstorganisationen), durchführen.

Weitere Bausteine des Projekts sind Treffen der Mitarbeiter_innen der Wirtschaftsförderungen der Landkreise. Hier geht es neben Vernetzung und Austausch auch um die Gestaltung niedrigschwelliger Informationen. Diese werden u.a. bei Veranstaltungen für Gründungsinteressierte genutzt, die Informationen rund um das Gründungsgeschehen vermitteln sollen.


12.10.2017: HAWK-Projekt MIGOEK – Gründen auf dem Land (VIDEO)

 

 

 

 

 

 

 


01.04.2017: Das Projekt MIGOEK startet | Migrantische Ökonomie für ländliche Kommunen

Servicebüros für Verwaltung, Politik, Organisationen, Gründer_innen und Unternehmen

Ein Projekt der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim, Holzminden, Göttingen in Kooperation mit dem Landkreis Cloppenburg im Rahmen der Fördermaßnahme „Kommunen innovativ“ des BMBF.

Migrantische Unternehmen als Potenzial für die Entwicklung ländlicher Regionen

Unternehmen und Unternehmensgründungen von Migrantinnen und Migranten werden in ländlichen Regionen kaum wahrgenommen. Dabei schaffen sie Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung, beleben die Innenstädte und leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration. MIGOEK erforscht, wie diese bisher ungenutzten Potenziale für die nachhaltige Entwicklung ländlicher Regionen im demografischen Wandel umfassender als bisher genutzt und gestärkt werden können. Am Beispiel der drei Landkreise Cloppenburg, Holzminden und Werra-Meißner untersuchen Wissenschaft und Praxis, wie migrantische Gründerinnen und Gründer besser beraten und unterstützt werden können und welche Förderung bereits bestehende Unternehmen benötigen Daneben wird gemeinsam erprobt, wie beispielsweise Wirtschaftsförderungen, Handelskammern oder Kreishandwerkerschaften in den Landkreisen diese Unterstützung bedarfsgerechter und zielgenauer als bisher anbieten können. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts, die u.a. bei den Wirtschaftsförderungen der beteiligten Landkreise arbeiten, übernehmen die Entwicklung, Beratung und Vernetzung vor Ort. Koordination und vergleichende Evaluation ist Aufgabe der HAWK.

Verbesserte Integration durch bedarfsgerechtere Angebote

Bisher konzentrierten sich Beratungsangebote für migrantische Unternehmerinnen und Unternehmer vorwiegend auf Großstädte und Ballungsräume. Ausgegangen wird davon, dass diese in dünn besiedelten Regionen nicht ausgelastet und für die Zielgruppe nicht erreichbar wären. Das Projekt MIGOEK will Ansätze entwickeln, die verbesserte Zugänge schaffen und auf die Rahmenbedingungen dünn besiedelter Regionen zugeschnitten sind. Dabei sollen nur bedingt neue Strukturen aufgebaut werden; vielmehr geht es darum, vorhandene Angebote mit innovativen Ansätzen zu verknüpfen und somit zu verbessern. MIGOEK erprobt mit einem neuartigen mobilen Beratungsangebot, ob und wie migrantische Unternehmen in ländlichen Regionen besser und zielgerichtet erreicht werden können. Außerdem werden Verwaltung und Wirtschaftsorganisationen interkulturell geschult und so für die Bedarfe und den Umgang mit der Zielgruppe sensibilisiert. Aber auch ansässige Unternehmen sollen von den neuen Angeboten und Vernetzungsmöglichkeiten profitieren, z.B. indem lokale Cluster geschaffen werden. Auch können interkulturelle Kompetenzen in den Unternehmen, etwa über Fortbildungen der Industrie- und Handelskammer ausgebaut werden und damit den Absatz in verschiedenen ethnischen Communities in der Region steigern. Persönliche Kontakte, wie sie beispielweise beim lokalen Unternehmerfrühstück entstehen, können darüber hinaus den Zugang zu Märkten im Ausland eröffnen oder die Nachfolgesuche bei Betriebsübernahmen erleichtern.

Neues Beratungskonzept bundesweit nutzbar

Um die tatsächlichen Bedarfe von Unternehmen sowie Gründerinnen und Gründern auf der einen Seite und Verwaltungen und (Wirtschafts)einrichtungen auf der anderen Seite zu ermitteln, werden im ersten Schritt die drei unterschiedlich strukturierten ländlichen Regionen, in denen unterschiedliche migrantischen Gemeinschaften leben, analysiert. Aus diesen Erkenntnissen werden Konzepte und Strategien entwickelt. Diese sollen in „Reallaboren“ mit lokalen Akteuren erprobt und während der Projektlaufzeit bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Einbezogen werden Verwaltung, lokale Politik, Organisationen, wie Kammern, Verbände, Migrantenorganisationen und Integrationsförderung, sowie (potentielle) Unternehmerinnen und Unternehmer. Gleichzeitig soll durch die prozessbegleitende Evaluation ermittelt werden, in welcher Form ein dauerhaftes Beratung- und Fortbildungsangebot umgesetzt und weiterentwickelt werden kann. Die Ergebnisse fließen zudem in ein Online-Angebot ein, das die Ergebnisse allen Regionen und Unternehmen bundesweit zur Verfügung stellt.

Struktur und inhaltliche Arbeitspakete