Entwicklung eines Funktionsmusters für die eichfähige Harvestervermessung

Zwischenbericht

Zwischen dem 25.-29. September 2017 war Florian Hohmann, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Konstruktion und angewandten Maschinenbau (IKAM) und Doktorand bei Prof. Dr.-Ing. Andreas Ligocki tätig ist, auf dem 50th International Symposium on Forestry Mechanization (FORMEC) in Braşov, Rumänien, um das Teilprojekt 2 des Forschungsschwerpunktes „FairLog2020“ zu vertreten. Unter den 170 Teilnehmern, die aus über 30 Länder in Braşov zusammengekommen sind, waren auch weitere weltweit anerkannte Wissenschaftler.

Herr Hohmann stellte die Ergebnisse seiner in der Art bislang noch nie durchgeführten Versuchsmessungen zum Thema Volumenmessgenauigkeit von Harvestern (Holzvollernteaggregaten) vor. In aufwändigen Versuchsreihen wurden im Jahr 2016 zunächst Baumstammabschnitte im Wald durch den Harvester aufgearbeitet und vermessen. Im Anschluss wurden diese Kennwerte dann mit dem „realen Tauchvolumen“ mit Hilfe des archimedischen Prinzips verglichen. Mit dieser Untersuchung wurde weltweit erstmals eine unabhängige und im Vergleich zu anderen Verfahren, unantastbare Referenz geschaffen, mit der es möglich ist, die Holzmessverfahren in puncto Volumenmessgenauigkeit miteinander fundiert wissenschaftlich zu vergleichen.

Florian Hohmann M. Eng. (Doktorand), Prof. Dr.-Ing. Andreas Ligocki (Projektleiter und Zweitprüfer) sowie Prof. Dr. Ludger Frerichs (TUBS, IMN, Erstprüfer) veröffentlichen im Sonderheft zur FORMEC 2017 im „Bulletin of Transilvania University of Braşov“ ihre ersten Ergebnisse aus der Untersuchung der Volumenmessgenauigkeit von Holzmessverfahren.

Hohmann, F., Ligocki, A., Frerichs, L.: Harvester Measuring System for Trunk Volume Determination: Comparison with the Real Trunk Volume and Applicability in the Forest Industry. Bulletin of the Transilvania University of Brasov, Special Issue Series II: Forestry, Wood Industry, Agricultural Food Engineering. VOL. 10 (59). Nr. 1-2017: 27-34

 

Für die weiterführende Vorgehensweise im o.g. Projekt wurde überdies zusätzlich ein „Strategiepapier“ erarbeitet, welches neben dem Tauchvolumen als Referenz nun zusätzlich auch die Virtualisierung von Baumstämmen mit berührungslosen Verfahren sowie die Erarbeitung von neuartigen Algorithmen zur Volumenermittlung zum Ziel hat. Als besonderes Highlight können so vermessene Baumstämme sogar geklont werden und in einem „Reverse Tree“-Verfahren zu Testzwecken mit einem 3D-Drucker reproduziert werden.

Die Strategie des Forschungsprojektes ist in dem folgenden Dokument skizziert. LINK zum Paper PDF Dowload

Kurzfassung FairLog2020, Teilprojekt 2

Ziele:

In der Forstwirtschaft gibt es für die Rundholzvermessung mehrere verschiedene Maße, von denen zurzeit nur das Werkseingangsmaß eichfähig ist. Alle weiteren Messmethoden wie z.B. Handmaß und Harvestermaß dienen als Kontrollmaß und sind nicht zur Abrechnung im gewerblichen Verkehr zugelassen. In der Forstwirtschaft besteht ein großer Bedarf frühzeitiger, also am Anfang der Messkette ein verlässliches Maß zu erlangen, um die Holzlogistikkette in ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht zu verbessern. Um dies zu erreichen, ist eine Entwicklung neuer technischer Verfahren zur Holzvermessung unumgänglich. Das wesentliche Ziel dieses Teilprojektes besteht in der Entwicklung eines gesetzeskonformen Messsystems, welches integraler Bestandteil eines Harvesteraggregates ist. Damit soll erreicht werden, dass im Rahmen der hochmechanisierten Holzernte bereits am Beginn der Holzlogistikkette ein belastbares und anerkanntes Holzmaß vorliegt.

Erste Fragen, die in diesem Kontext auftauchen und geklärt werden müssen, lauten:

– Wie wird grundsätzlich in der Forsttechnik gemessen und welches sind die gängigen und anerkannten Größen?

– Was genau sind die Anforderungen an ein gesetzeskonformes Maß?

– Mit welchen Messverfahren lässt sich diese Zielsetzung bisher in der Forsttechnik erreichen?

– Welche Messverfahren kämen noch in Frage?

– Wie lässt sich dieses oder ein anderes Messverfahren auf einer mobilen Maschine einsetzen, bzw. auf diese übertragen?

– Wie lässt sich diese Messeinrichtung theoretisch und in der Praxis im rauen Betrieb überprüfen?

 

Forscherteam:
Prof. Dr.-Ing. Andreas Ligocki
Florian Hohmann M. Eng.
N.N.

Betreuung des Doktoranden:
Prof. Dr. Ludger Frerichs
Technische Universität Braunschweig
Institut für Mobile Maschinen und Nutzfahrzeuge
Langer Kamp 19a
D-38106 Braunschweig

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FairLog - 2020
Zeitgemäße Holzlogistik

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