20 Thesen zur Hochschuldigitalisierung

Auf der Internetseite Hochschulforumdigitalisierung finden sich 20 Thesen zur Digitalisierung in der Hochschulbildung. Auf der Seite finden Sie auch noch Erläuterungen zu den einzelnen Punkten.
Diese Annahmen können Sie gerne mit in die Diskussion in der Lehre und in den Hochschulalltag nehmen, wir freuen uns auch über eine Diskussion in den Kommentaren.

ZUM VERHÄLTNIS VON DIGITALISIERUNG UND HOCHSCHULENTWICKLUNG

1. Die digitale Hochschule gibt es nicht. Die Digitalisierung stößt einen weiteren, umfassenden Differenzierungsprozess im Hochschulsystem an.

2. Der intensivierte Wettbewerb im globalen Hochschulmarkt fordert von Hochschulen eine ganzheitliche Kommunikations- und Markenbildungsstrategie.

3. Mit dem Einsatz digitaler Lehr- und Lernangebote werden neue Zielgruppen erreicht.

4. Digitale Lehr- und Lernangebote fördern die internationale Studierendenmobilität.

5. Durch die Digitalisierung weiter Teile der Hochschulwelt werden die Hochschulangehörigen mit veränderten Rollen- und Anforderungsprofilen konfrontiert.

6. Es entstehen neue Orte des akademischen Lehrens und Lernens.

ZUM VERHÄLTNIS VON DIGITALISIERUNG UND AKADEMISCHER LEHRE

7. Bei den Innovationen im Bereich digitaler Lehre handelt es sich nicht um rein technische Innovationen, sondern um didaktische, curriculare und organisatorischstrukturelle Innovationen.

8. Erst Kollaboration ist der Schlüssel zur erfolgreichen Digitalisierung der Hochschullehre.

9. Der Einsatz digitaler Medien trägt zur Verbesserung der Hochschullehre bei.

10. Die umfangreiche Analyse von Daten eröffnet neue Wege des Verstehens von Lehr- und Lernprozessen.

11. Digitalisierung schafft nicht nur neue virtuelle Lernräume, sondern verändert auch bestehende physische Lernorte.

HEMMNISSE BEI DER DIGITALISIERUNG ÜBERWINDEN, UM POTENZIALE ZU HEBEN

Hochschulstrukturen

12. Hochschulen fehlt es nicht an digitalen Lehr- und Lerninnovationen, der Mangel besteht in ihrer strukturellen und vor allem strategischen Verbreitung.

13. Die Integration digitaler Medien in Studium und Lehre ist ein komplexer Aushandlungsprozess zwischen unterschiedlichen Akteuren innerhalb der Hochschulen.

14. Nicht finanzielle Ressourcen, sondern die Hochschulstrategie entscheidet über Erfolg oder Misserfolg eines Digitalisierungsprozesses.

Finanzierung

15. Die Digitalisierung ist kostenintensiv und digitale Bildungsangebote sind nur eingeschränkt skalierbar.

16. Die überwiegende Drittmittelfinanzierung von Digitalisierungsprojekten steht der nachhaltigen Verankerung von digitalen Medien in Studium und Lehre im Wege.

17. Die Digitalisierung ermöglicht es Hochschulen, über neue Geschäftsmodelle eigenständige Finanzierungsquellen zu erschließen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

18. Die fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen spitzen die mangelnde Verbreitung digitaler Lehr- und Lernangebote an den Hochschulen zu. Gleichwohl gibt es für viele rechtliche Herausforderungen bereits Lösungen.

19. Erst eine Neuregelung des Datenschutzes würde die Ausschöpfung der Potenziale digitaler Medien in der Lehre ermöglichen.

20. Eine Urheberrechtsreform würde es Lehrenden und Lernenden ermöglichen, Lehrmaterialien zeitgemäß zu erschließen, zu nutzen und weiter zu bearbeiten.

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