Impulsvortrag von Prof. Dr. Arnim Grunwald

Am 26.07. fand der Workshop „Digitalisierung gestalten“ auf dem Campus der HAWK Gestaltung, in Hildesheim, statt. Aber auch Lehrende und Lernende der HAWK-Standorte Holzminden und Göttingen nahmen über eine Videokonferenz teil. 

Den Höhepunkt der Veranstaltung stellte der Impulsvortrag von Arnim Grunwald dar. Zunächst erwähnte Grunwald die Erfolge, die aus mittlerweile 200 Jahren der Digitalisierung hervorgehen und stellte sogleich die Frage, was Digitalisierung noch möglich machen solle.
Er zählte die Punkte der Assistenz in den Bereichen Pflege und Medizin auf, die zukünftige (autonome) Mobilität, Verhaltensvorhersagen durch Big Data, Entlastung der Arbeitenden und das verbinden des menschlichen Gehirns mit Computern und somit auch die Möglichkeit des Zusammenwachsens der Menschheit zu einem „Global Brain“.

Grunwald geht in seinem Vortrag besonders auf das Gefühl vieler Menschen ein, der Digitalisierung ausgeliefert zu sein.
Er stellt dabei seine These in vier Teilen vor:

  1. Viele fühlen sich hilflos ausgeliefert
  2. Dabei ist Technik immer besser als wir, nicht erst die digitale Technik
  3. Hinter ethischen Herausforderungen stehen Gestaltungsmöglichkeiten, kein Schicksal
  4. Gestaltung kann freilich anstrengend sein

Letztlich bringt Grunwald überzeugende Argumente hervor und zeigt, dass Digitalisierung kein determinierter Naturablauf ist. Es gibt nicht die Digitalisierung, sondern die Zukunft sei voller Alternativen und somit Gestaltungsmöglichkeiten. Er kritisiert dabei aber die gegenwärtige Abhängigkeit von Monopolisten – wenige bekommen die Möglichkeit zu gestalten, viele Optionen werden für uns gestaltet, ohne dass wir Einfluss nehmen können. Er appelliert an das Verständnis, dass digitale Technik Mittel zum Zweck ist und sie nicht den Selbstzweck darstellt. Dabei gilt es sich bei jeder Entwicklung zu fragen, ob sie legitimen Zwecken dient und welches für die Entwicklung die geeigneten Mittel sind.

Es gilt gestaltend in seine Umwelt einzugreifen, Alternativen aufzudecken und darüber mit seinen Mitmenschen ins Gespräch zu kommen. Eine Verweigerung der Digitalisierung gegenüber ist längst nicht mehr möglich, sie fordert nicht nur Aktivität, sondern fördert auch unsere individuellen Potenziale.

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