Methodisches Vorgehen

Ziel des Projektes ist es, ein innovatives Konzept für die betriebliche Prävention in niedersächsischen Krippen zu entwickeln, das auf das pädagogische Konzept der Einrichtung referenziert. Aus dem aktuellen Forschungsstand und der Zielsetzung leitet sich folgendes methodisches Vorgehen ab:

Schritt 1: Erheben arbeitsweltbezogener und personenbezogener gesundheitshemmender und -förderlicher Faktoren

Zu Beginn sollen erlebte Anforderungen, Risiken und Ressourcen erfasst werden, die sich für pädagogische Fachkräfte bei der Care-Arbeit in Krippen ergeben und auf deren Berufstätigkeit und Gesundheit auswirken. Qualitative halbstandardisierte Leitfadeninterviews (Flick, 2011) werden mit allen pädagogischen Mitarbeitenden, Leitenden und je einem Trägervertreter der Kooperationseinrichtungen durchgeführt und so arbeitsorganisatorisch und –strukturell gesundheitsbelastende Situationen in der Interaktion mit den Kleinkindern, deren Angehörigen und den KollegInnen erhoben. Aus den verbalen Daten werden inhaltsanalytisch Kategorien (Kuckartz, 2012) u.a. die am häufigsten genannten belastenden Situationen generiert.

Die drei am häufigsten belastenden Situationen werden in jeder Einrichtung videografiert. Diese visuellen Daten werden via Videoanalyse (Heath, Hindmarsh, 2002) ausgewertet. Dies erfolgt aus zwei Perspektiven:

  1. Fachperspektive: Sicht der Gesundheitsfachberufe (Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie) und der Pädagogik
  2. Praxisperspektive: Sicht der pädagogischen Fachkräfte anhand von einrichtungsbezogenen Fokus-Gruppen (Barbour, 2007)

Schritt 2: Partizipative Konzeptentwicklung Schulung der pädagogischen Fachkräfte in den kooperierenden Krippen. Das innovative Konzept für den präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz wird in den teilnehmenden Krippen umgesetzt. Dieser Umsetzungsprozess wird telefonisch zur Sicherung der fachgerechten Umsetzung telefonisch begleitet.

Schritt 3: Umsetzung des Konzeptes zum präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Krippen
Aus den Ergebnissen (1. Schritt) werden interdisziplinär und partizipativ verhaltens- und verhältnisbezogene Maßnahmen für einen präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz unter Berücksichtigung betrieblicher Rahmenbedingungen incl. der jeweiligen pädagogischen Konzeptionen und personenindividuellen Bedingungen entwickelt. Das Ziel ist, dass diese Maßnahmen mit den pädagogischen Fachkräften, der Einrichtungsleitung und den Trägern in einem modular aufgebauten Interventionskonzept zusammengefasst werden, sodass es in die pädagogische Konzeption und Care-Arbeit integrierbar ist. In diesem Schritt werden ebenfalls partizipativ in trägerbezogenen Diskussionen die Evaluationskriterien festgelegt.

Schritt 4: Evaluation des Konzeptes zum Arbeits- und Gesundheitsschutz
Auf der Basis der festgelegten Evaluationskriterien wird ein Evaluationsfragebogens erstellt. Direkt nach der Intervention sowie sechs Monate später wird das Interventionskonzept evaluiert. Dazu werden erneut einrichtungsbezogene Fokus-Gruppen (Babour, 2007) mit den pädagogischen Fachkräften durchgeführt. Die Evaluationen dienen zur Überarbeitung des Interventionskonzeptes, um ein überbetriebliches Präventionskonzept zu entwickeln, das in der Handreichung veröffentlicht werden wird.

AGnEEs

Arbeits- und Gesundheitsschutz für pädagogische Fachkräfte in niedersächsischen KiTas

Projektleitung

HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst
Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit
Standort Hildesheim
www.hawk-hhg.de

Projektleitung:
Prof. Dr. Ruth Jäger-Jürgens ruth.jaeger@hawk-hhg.de

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:
Maria Barthel
Esther Scholz-Minkwitz

agnees.fs@hawk-hhg.de
Telefon: 05121/881-539

Förderer

EFRE